Schlagwort-Archive: Isländische Namen

Jústin Kevinsson oder Doreen Mandysdottir?

Über Namensgebung in Island wisst Ihr ja bestimmt schon einiges. Und über die Entstehung ihrer Nachnamen auch, also möchte ich darauf jetzt gar nicht eingehen.
Was ich mich aber mal gefragt habe, ist, wie es wäre, wenn es in Island einen ähnlichen Trend gäbe zum Kevinismus wie in Deutschland. Wie hießen die denn dann?
Wohl so wie oben in der Überschrift mal ins Blaue gedacht. Ein großer Lacher. So etwas ist in Island…Gottlob undenkbar. Denn das Gremium, das über die Vergebbarkeit der Taufnamen entscheidet (Mannanafnanefnd) ist nach wie vor gleichermaßen traditionell wie nationalbewusst. So sind die Namen der Teenager von heute die gleichen wie die Ihrer Urgroßeltern. Und Guðrún und Jón sind die beliebtesten.

Wer bist Du, und warum klingt das so?

Daß Isländisch eine unglaublich schwierige Sprache ist, wissen wir. Darauf werde ich an anderer Stelle auch nochmal zu sprechen kommen. Aber an einer Stelle musst Du schon etwas Isländisch drauf haben. Auch die richtige Aussprache. Nämlich bei den Namen.

Denn nichts ist peinlicher, als jemanden falsch oder gar nicht anzusprechen, weil man den Namen einfach nicht über die Lippen bringt.

Also, wie macht man´s?

Nicht entmutigen lassen. Nach der ersten Vorstellungsrunde werden Dir zunächst nur die Ohren klingeln. Achte selbst darauf, Dich mit Vornamen vorzustellen, auch ein schuldbewusst hinterhergeschobener Vorname nach einem kräftig vorgetragenen Nachnamen Deinerseits wird nur für Verwirrung sorgen. Vorname, fertig.

So, und was sagen die Isländer? Eine Wolke aus Zisch und Gurgellauten, garniert mit einem süßen Lispeln umhüllt Dich und Du hast nicht den Hauch einer Chance, so ein Geräusch zu reproduzieren. So, das ist also Dein Name?

Aber Hilfe naht: Wenn Du es ernst meinst, bitte Dich, Deinen Gegenüber den Namen aufzuschreiben. Dann kommt etwas Klarheit in die Sache, und Du kannst nachher, im stillen Kämmerlein, mit Deinen Vorkenntnissen über die isländische Sprache Stück für Stück versuchen, diese Laute nachzubilden, Übrigens hilft es ganz gut, die Lispellaute und den Grundakzent nachzuahmen, indem man ein bis auf ein Drittel aufgelutschtes Hustenbonbon o.ä. auf die äußerste Zungenspitze legt, und es dort beim Sprechen balanciert. Klingt gleich ganz anders, und schon etwas isländischer.

Nächster Tipp zu den Namen: Fast alle Isländer haben von früh auf einen oder sogar mehrere (je nach Gruppe, Clique, Verein o.ä. in dem sie sich gerade bewegen), Spitznamen, sog. viðurnefni. Die leiten sich entweder grob aus dem Namen ab, so wird zum Beispiel aus dem weit verbreiteten Namen Aðalsteinn einfach Addi oder eben Steinni. Oder es hat etwas mit der Familie, einer besonderen Begebenheit oder wie auch immer zu tun, so wie bei uns. Aber die Faustregel ist: Spitznamen sind immer einfacher als die regulären Namen, und sind im Alltag ebensogut. Also ist die nächste Frage klar…