Schlagwort-Archive: Island

F Roads zweiter Teil

Vielen Dank fürs Warten. 🙂
Zuallererst möchte ich gerne eine Anmerkung zu der Straße 35 hinterherschicken, über die ich im ersten Teil geschrieben habe. Ich bin sie vor zwei Wochen gefahren, und ich plädiere eindeutig für das große F vor der Nummer! Die Tatsache, daß die Furten überbrückt sind, machen aus dem Löwen keine Schmusekatze.
Im Ernst, während der nördliche Teil (bis Hveravellir) in Ordnung ist, wartet die südliche Hälfte mit allen Tücken auf, die das Hochland zu bieten hat. Ausgenommen steile Passagen vielleicht, so wie in den Westfjorden.
Bezeichnenderweise haben sie die Straßenschilder nie geändert. Da steht nach wie vor: F 35.
20140823-102834-37714433.jpg

20140823-102833-37713468.jpg
Wer den Trip unterteilen möchte, kommt in der Hochlandoase Hveravellir unter. Bei Tripadvisor findet man so einiges über diese Herberge mit Hottub und Restauration und Campingplatz. Ich war auch dort und möchte einmal etwas klarstellen. Bitte haltet Euch immer Folgendes vor Augen: die Leute, die das bewirtschaften, haben eine Saison von drei, vier Monaten, der Rest ist Beiwerk und Glückssache. Ansonsten liegt das Gelände brach und kostet nur Geld an Reparaturen und Unterhalt. Alles, aber auch alles an Ausrüstung, von der Salamischeibe, über die Bettwäsche über Diesel bis hin zu Druckerpatronen muss über Stunden durch unwegsames Gelände herbeigeschafft werden, und auch wieder entsorgt werden…hier kommt nämlich keine Müllabfuhr.
Und deswegen finde ich es unfair, dann zu jammern, daß eine Übernachtung mit Frühstück 70€ kostet. Die Unterkunft ist extrem rustikal, das gebe ich zu, und die Privatsphäre bleibt größtenteils auch auf der Strecke (wenn man nicht eines der noch teureren Doppelzimmer bucht).
Aber diese Menschen arbeiten für uns in einer der unwirklichsten und häufig ungemütlichsten Gegenden der Welt, also zeigt bitte etwas Respekt! Zumal das Personal sehr freundlich ist.
Wer die Tour in einem durchfahren möchte, kann das selbstverständlich auch tun, aber den Hottub von Hveravellir sollte man nicht verpassen. Für ISK 400 darf man auch als Durchreisender rein. Hinter der Hütte ist ein schön angelegter Weg auf Stegen durch das brodelnde Geothermie Feld. Direkt von dort wird der (weitgehend naturbelassene) Hottub gespeist.

20140823-104417-38657123.jpg

20140823-104415-38655132.jpg

20140823-104416-38656113.jpg
In südlicher Richtung kommt nach kurzer Zeit der Abzweig F 735 in Richtung des Langjökull Gletschers. Die ersten vier Kilometer sind unproblematisch und führen zur Basisstation der Mountaineers of Iceland, die beeindruckende Exkursionsfahrzeuge haben.

20140823-104838-38918467.jpg
Hinter dem Parkplatz führt ein ziemlich heftiger Track hinunter zum Gletscher. Mit den LKW kann man dorthin eine Tour machen, es sind weniger als zehn Kilometer, und auf dem Gletscher spielen. Auch Quad Touren sind möglich. Oder man ist ganz blöd, und versucht es mit einem alten Tercel 🙂

20140823-105130-39090822.jpg

20140823-105129-39089797.jpg
Weiter als bis da bin ich allerdings nicht gekommen. (Kurzer Einschub warum das überhaupt ging für die Technikinteressierten: erstens nur mit der kleinen Geländeuntersetzung, die er erstaunlicherweise trotz seines Alters hat, aber noch viel wichtiger: wegen seines Gewichts. Das Auto wiegt gerade einmal 800 kg und tanzt regelrecht über die großen Felsen. Zwei Toyota Landcruiser, die mit mir gefahren sind, mussten bei der Hälfte aufgeben. Aber nicht weil sie weniger geländegängig wären, sondern allein das Gewicht hat hier den Unterschied gemacht).

Soviel also zur F 35, der legendären Kjölur Route von Nord nach Süd.

Im ersten Teil über die F Roads ging es unter Anderem über Wasserdurchfahrten. Auf den Straßen im Hochland ist es normal, daß diese Art von Hindernis plötzlich vor einem auftaucht. Unterscheiden muss man hier drei Kategorien: die großen Furten sind als Erstes zu nennen. Diese sind immer da, haben eigene Namen, und sind auf den Straßenkarten mit einem „V“ gekennzeichnet. Wie groß, tief oder anspruchsvoll eine Furt ist, wird nicht angezeigt. Es gibt legendäre und berüchtigte wie þórsmörk oder Lindáa.
Wer jetzt nicht gerade einen Superjeep mit 44 Zoll Rädern hat, sollte vernünftigerweise immer folgende Routine anwenden:
An die Furt heranfahren, und seitlich parken, ohne nachfolgenden Verkehr zu behindern (Stichwort Superjeep). Hinuntergehen zur Durchfahrt und das Ganze auf sich wirken lassen. Bauchgefühl und erster Eindruck sind immer wichtig. Denn es geht nur um zwei Dinge: komme ich mit meinem Auto durch, und welches ist die beste Route durch den Fluss?
Meine Erfahrung hat gezeigt, daß in über 80% der Fälle die erste Idee im Nachhinein die richtige war. Bei den anderen 20% habe ich andere Autos beobachtet, die eben diese Route gefahren sind, die ich ins Auge gefasst hatte, und dabei in Schwierigkeiten kamen. Das gibt es natürlich auch mal.

Die meisten Schwierigkeiten sind übrigens hausgemacht: Anfänger fahren häufig zu schnell ins Wasser ein, produzieren eine Bugwelle und überfluten das Fahrzeug. Saugt der Motor einmal Wasser an, war es das dann meistens. Das sollte also tunlichst vermieden werden. Kurzer Einschub für Techniklaien: diese tollen Schnorchel, die manche Fahrzeuge haben, sind lediglich wassergeschützte Luftansaugstutzen für den Motor. Mit den Abgasen bzw Auspuff, wie viele denken, hat das nichts zu tun. Der darf ruhig unter Wasser, solange der Motor läuft und nicht ausgeht.
Das ist auch schon der zweite häufige Fehler: Schaltvorgänge im Wasser mit den damit verbundenen Gefahren. Es muss unbedingt vermieden werden, den Motor abzuwürgen. Ein Motor, der im Wasser ausgeht, wird allzuleicht ein Opfer von Schäden. Die Regel ist, niedriger Gang, am besten der Erste. Bei sandigem Untergrund eventuell mit niedriger Untersetzung. Nächster Fehler: den Überblick verlieren. So komisch es auch klingen mag. So manch einer (ich schließe mich da nicht aus) hat in einer breiten Überfahrt, die eventuell auch Inseln oder Kiesbänke in der Mitte hat, den Überblick und die Ausfahrt aus den Augen verloren. Also immer den Blick auf die Ausfahrt richten!
Aber zurück zur Routine: häufig kann man bereits eingefahrene Ein und Ausfahrten erkennen. Diese können, müssen aber nicht die ideale Strecke darstellen. Flüsse ändern sich häufig, führen beispielsweise morgens tendenziell weniger Wasser als abends. Nachdem Ihr Euch einen generellen Eindruck gemacht habt, geht es darum, festzustellen, wie tief die Furt wohl ist. Das kann man bis zu einem gewissen Grad vom Ufer aus erkennen. Grundsätzlich gilt außerdem, wo das Wasser munter über Steine rauscht, wird es flacher sein, als dort, wo es langsamer fließt. Viele Furten haben an der Seite flussabwärts eine Art Kante mit einem Mini Wasserfall von wenigen Zentimetern. In vielen Fällen ist es ratsam, mit der Wagenseite, die flussabwärts zeigt, dicht am Rand dieser Kante zu fahren.
Hilfreich zum Feststellen sind außerdem Stöcke zum reinpieksen oder Wathosen. Durchwaten ist natürlich eine sichere, aber zeitraubende Methode, die vor allem dann in Betracht gezogen werden sollte, wenn die einfachste und sicherste aller Regeln nicht angewandt werden kann: von anderen helfen lassen!
Denn: generell sollte man Flüsse oder Furten nicht alleine durchqueren. Das Auto mit der größten Bodenfreiheit sollte zuerst durchfahren. Dabei zuerst prägnante Karosserieteile wie Radnabe, Stoßstange oder Türgriffe (für die ganz Harten) einprägen und mit dem eigenen Wagen vergleichen. Bei der Durchfahrt des Referenzwagens könnt Ihr dann genau beobachten, welche Teile unter Wasser sind, und wie hoch der Wasserstand dementsprechend an Eurem eigenen Fahrzeug wäre.
Dann auch auf die Spur achten, die die anderen Fahrzeuge nehmen. Und danach die Beste auswählen. Meistens führt die Spur in einem Bogen flussabwärts, und kurz vor der Ausfahrt in einer kurzen Kurve ein kleines Stück flussaufwärts.
Aber das ist nur eine Erfahrung, und die ist auf keinen Fall allgemeingültig.

20140823-131835-47915924.jpg

20140823-131834-47914779.jpg
Übrigens hat Árni alle Furten geschafft, hin und zurück und sogar mehr als ursprünglich geplant. Wie es der Zufall wollte, wurde er ausgestattet mit mehreren GoPros und wird jetzt als Statist in einer Island Doku DVD erscheinen. Wir haben an diesen Tagen an die 30 verschiedene Flussdurchfahrten gefilmt.

Anfangs habe ich ja von den verschiedenen Kategorien der Furten geschrieben. Neben den oben erwähnten, großen gibts es noch die zahlreichen, namenlosen Furten, die auf keiner Karte eingezeichnet sind. Aber generell gilt: wer eine F Road nimmt, muss mit Waaserdurchfahrten rechnen. F Roads, die nahe an Bergen vorbei führen, oder durch Täler oder Schluchten, sind geradezu prädestiniert für Wasserschlachten. Die F 899 beispielsweise, die westlich von der Skálfandi Bay nach Norden führt, ist nicht besonders lang, aber auf 25 km kam ich dort auf 30 Flussdurchfahrten. Links und rechts der Straße erheben sich die Berge fast durchgehend auf über 1000 Meter, und Schmelzflüsse gibts da natürlich alle 100 Meter. Also kann man sich vorher bei einem Blick auf die Karte schon gut darauf einstellen, was einen wohl erwartet.
Diese, kleinere Kategorie der Furten ist wechselhafter, meist kleiner und dafür weit häufiger als die erste Kategorie.

Als Drittes kommt eine interessante Art der Wasserdurchfahrten. Die Sonstigen. Und da kann so manche Überraschung kommen. Da gibt es Seen, die über Nacht entstehen, Wasserlöcher, oder komplette Straßen, die denken, sie wären ein Fluß. Wie diese hier:

20140823-133312-48792149.jpg
Bei so etwas bitte die Zeit nehmen und aussteigen. Die Begebenheit erkunden, den besten Weg checken, Machbarkeit prüfen, und dann erst los.

Das waren jetzt mal ein paar Sachen zum Thema Hochland, und wie komme ich auf der anderen Seite wieder raus?

Zum Schluß noch ein goldener Tipp zum besser Schlafen: wenn Ihr durch einen Fluß fahren wollt, und es könnte kritisch werden, befestigt ein Abschleppseil vorne an Eurem Fahrzeug, damit man Euch rausziehen kann, und zwar VOR der Durchfahrt. Es ist nämlich sehr unangenehm, in einem fließenden Gewässer unter Wasser eine Abschleppöse zu suchen!

In diesem Sinne gute Fahrt!

Advertisements

F Roads…

Wie versprochen, bin ich dann doch noch aufgebrochen ins Hochland, um einige interessante Filmaufnahmen zu machen zum Thema Wasserdurchfahrten. Die Eindrücke sollt Ihr gerne mit mir teilen dürfen. Schauplatz waren die F88 von Nord nach Süd (Richtung Askja), sowie die F905 und die daran anschließende F910, auch Nord-Süd Richtung Askja.

Die Tour war schon seit längerem geplant, und da kommen wir schon zum ersten Thema: nach den aktuellen Konditionen erkundigen! Blöderweise ist just fünf Tage vor der Tour ein gewaltiger Erdrutsch im Askja Gebiet abgegangen, und ca 60 Millionen Kubikmeter Fels und Geröll sind in den Öskjuvatn gedonnert. Die Wucht war so gewaltig, daß es eine riesige Wassersäule gab und Tsunamiähnliche Wasserbewegungen im See. Der Öskjuvatn ist daraufhin übergeschwappt, und hat den danebenliegenden, kleineren Viti See durchgemischt. Dessen Wasserpegel ist seitdem mindestens zwei Meter höher, das Gebiet ist nach wie vor gesperrt, und einmal mehr ist nichts mehr so, wie es einmal war. Ein Land, das ständig in Bewegung ist, das ist Island, und das Askja Gebiet ist nach wie vor sehr aktiv.

Ein bisschen Schade ist es schon, wenn man jetzt beispielsweise mal tripadvisor aufmacht, und sich die Bewerttungen vom Viti See anschaut, das war mal ein Badeparadies für Abenteurer. Baden im Vulkansee! Einmalig einmal, und nun für unabsehbare Zeit Geschichte.

Nun ist das alles daher gekommen, daß dieser Sommer ungewöhnlich warm ist, der Boden ist sehr weich und gibt weniger Halt als sonst, und dazu nagt das ungewöhnlich kraftvolle Schmelzwasser unerbittlich. Das bringt so machen Berg ins Wanken.

Mein Pech, daß nun eben zu dieser Zeit die Flüsse gut gefüllt waren und die Furten, die es zu durchqueren galt, anspruchsvoll waren.
Dazu kommt das lustige Detail, daß ich mir in den Kopf gesetzt hatte, diese Tour nicht, wie man meinen sollte, in einem der üblichen großen Jeeps zu absolvieren, sondern eben mit meinem kleinen tapferen, 28 Jahre alten Toyota Tercel.

Nachdem ich einem Bekannten, der bei der zuständigen Straßenaufsicht arbeitet, und für dieses Gebiet zuständig ist, versprochen habe, es nicht auszureizen, musste ich Árni, mein Auto noch etwas modifizieren. Das Wichtigste ist eigentlich, darauf zu achten, das der Motor kein Wasser ansaugen kann. Mit ein paar gut sitzenden Plastikrohren aus dem Baumarkt könnte ich einen passenden Schnorchel bauen, der hoch genug lag. Eine Bugwelle, die den Motorraum überschwemmt, kann leicht das Aus bedeuten, wenn Wasser in den Luftfilter gesaugt wird. Hier ist die Konstruktion:

20140730-193410-70450870.jpg

20140730-193409-70449701.jpg

Nicht Lachen bitte, Not macht bekanntlich erfinderisch. Die zweite große Gefahr im Hochland bergen die Reifen. Egal ob man jetzt Riesenreifen oder so kleine wie ich hat, auf diesen reifenmordenden Pisten mit ihren spitzen Steinen, Schlaglöchern und vielem mehr muss man den Luftdruck verringern. Vor Befahren der Piste also den Reifendruck senken von beispielsweise 2,3 Bar auf 1,5 oder noch weniger. Unten muss eine deutliche Ausbeulung zu sehen sein. Das gibt erstens besseren Halt wegen des größeren „Footprints“, und schützt zweitens eher vor einem Platten Reifen durch spitze Steine.

Reserverad bitte auch checken und mitführen, Werkzeug zum Wechseln nicht vergessen, und vielleicht vorher einmal üben. Ich hatte zwei Reserveräder dabei, das schadet nie.
Im Falle einer Reifenpanne (und eines alten Autos) am Besten als allererstes die Radmuttern mit WD40 einsprühen, bevor man irgendetwas Anderes macht. Dann hat es genügend Zeit einzuwirken, und die Radmuttern lassen sich nachher leichter lösen.
Kein WD40 dabei? Schämt Euch! Ohne eine Dose davon würde ich in Island (und vielleicht auch woanders) keinen Meter fahren! Kaufen!
Bevor es nun aber auf die F Roads geht, empfiehlt sich unbedingt noch ein Buch in die Bedingungen der Mietwagenfirma, falls Ihr mit dem. Mietwagen unterwegs sein solltet.
Es gibt Klassen, für die sind die F Roads tabu, und Verstöße dagegen werden schwer geahndet, und zwar nicht allein durch die Mietwagenfirmen, wenn die eventuell dahinterkommen, sondern vielmehr durch die Verkehrsüberwachung, Polizei und Rettungskräfte. Die haben nachher nämlich die Arbeit, wenn sie ausrücken müssen, um koreanische Kleinwagen samt übermütiger Besatzung aus irgendwelchen Schluchten oder Flüssen zu zerren.
Eine wichtige Ausnahme stellt die Straße 35 dar, die früher mit F klassifiziert war. Mittlerweile sind alle Furten überbrückt worden, und sie ist viel einfacher geworden. Deshalb der Wegfall der Klassifizierung zur Mountain Road. Trotzdem ist sie für normale PKW nur bedingt empfehlenswert, und man darf sie nicht mit jedem Mietwagen befahren. Bitte vorher erkundigen!

Falls es das eigene Auto sein sollte, ist dieses Schild für Euch wichtig:

20140801-173223-63143556.jpg

Das Verlangen nach 4×4 kommt deutlich rüber, und ist nicht nur als Empfehlung zu sehen. Außerdem wird signalisiert, dass es hier Furten zu durchqueren gilt. Eine Furt kann, je nach Saison, Wetterlage und Tageszeit sehr unterschiedlich aussehen. Wassertiefe, Strömungsgeschwindigkeit und. Fahrrinne können sich schlagartig ändern. Wie so eine Furt aussehen kann, seht Ihr unten, und ob wir es dadurch geschafft haben, sowie Fahrtipps zu Flussdurchfahrten und mehr zum Hochland lest Ihr bald im zweiten Teil der F Roads!

20140801-173936-63576667.jpg

20140801-173937-63577748.jpg

Stay tuned!

Erreichbar zu sein, ist wichtig heutzutage. Im Ausland ist es aber nicht immer billig, mit dem Handy zu telefonieren, und immer die heimischen Tarife zu strapazieren, belastet die Reisekasse unnötig.
Hier also der Reisetipp inklusive Coolnessfaktor: isländisch telefonieren!

Ihr nehmt einfach alte Handys aus der Schublade von Zuhause mit, und bestückt sie hier in Island mit prepaid Karten. Die gibt es schon bei der Anreise im Duty Free Shop im Flughafen an der Kasse (die größten Anbieter sind Vodafone und Siminn).
Ab 1000 ISK ist man schon dabei (ca 6,50€) und bekommt ein Guthaben von 1500 ISK. Dabei ist direkt die isländische Handynummer (wer will sowas nicht?), und los gehts. Nachladen geht unproblematisch in jedem Laden gegen Bares oder Kreditkarte.
Jetzt kommt der Trick: wer als Familie oder Paar oder so unterwegs ist, nimmt einfach zwei Handys mit, und kann sich so ganz einfach innerhalb von Island zusammentelefonieren, und muss nicht ständig zusammenbleiben.
Was das eigene Smartphone anbelangt, empfehle ich, es trotzdem mitzuführen, und alles abzuschalten außer WLAN. Wie schon erwähnt, gibt es an den meisten Orten kostenlosen Internetzugang, so daß Datenroaming über die SIM Karte übertrieben ist.

Als zusätzlichen Tipp empfehle ich, die SIM Karte ganz zu deaktivieren (wer drauf verzichten kann), das spart sehr viel Akku.

Um angerufen zu werden, gibt man einfach seine isländische Handynummer heraus, und die kann zB aus Deutschland mit einer sog. Billigvorwahl angerufen werden, die im Internet recherchiert werden kann (Suchbegriff: Billigvorwahl, Island, Mobil).

Handynummern haben in Island übrigens nie Vorwahlen und bestehen aus sieben Ziffern. Im Festnetz wiederum ist es nötig, stets die Vorwahl mitzuwählen.

Kleine Stadt ganz groß

Jetzt muß ich mal was loswerden. Beim Blick auf die Landkarte, bei der Reiseplanung etwa, fällt jedem Islandinteressierten mühelos auf, das die Mehrzahl der Ortschaften, die über Island verteilt sind, wirklich klein sind. Abgesehen von drei, vier Städten, darunter natürlich die Hauptstadt Reykjavik mit ihren zahlreichen Vororten wie Mosfellsbær, Kopavegur oder Hafnarfjörður und Garðabær.
So, in Deutschland wohne ich in einem süßen Dorf im Schwarzwald mit 2500 Einwohnern. Dort gibt es zwei Restaurants, einen Krämerladen, der halbtags geöffnet hat, einen Frisör, einen Bäcker, Kirche, Friedhof, Schule, Kindergarten. Ich will jetzt keineswegs die reizende Schwarzwaldidylle in Frage stellen, aber infrastrukturell ist Luft nach oben. Gute Schwarzwaldluft.

Falls Ihr beim Blick auf die Karte Islands vielleicht Befürchtungen bekommen solltet, einmal raus aus der Hauptstadt wäre man verraten und verkauft und Ihr im Fall der Fälle aufgeschmissen…hier ein (wohl nicht vollständiger) Überblick über eine 2300 Einwohner Gemeinde am Beispiel Húsavíks:

2 Tankstellen, ein Discounter, ein Supermarkt, eine Bäckerei, sechs Frisöre, ca. 12 Restaurants, 2 late night Bars, ein Fischereihafen, ein Touristenhafen, ein Walmuseum, ein Kulturmuseum, Polizeistation, Krankenhaus, Einrichtungsgeschäft, drei Klamottenläden, Baumarkt, eigene Mülldeponie, eigenes Kraftwerk, Motocross Anlage, Freibad, Apotheke, zwei Banken, ein Alkoholgeschäft (Vinbuðin), vier Fußballplätze, einer davon Echtrasen, öffentlicher Jaccuzzi mit Thermalwasseranschluss, über 10 Pensionen, 5 Hotels, Pizza Heimservice, Rotary, Lions, Round Table, Kiwanis Clubs mit je eigenen Clubhäusern, Freimaurerloge, ein Theater, ein Kulturzentrum, Schulzentrum mit Kindergarten, Grundschule und Gymnasium, Sportzentrum mit Indoor Fußballhalle, Kirche und Friedhof, Campingplatz, eine Buchhandlung, zwei Handyläden, zwei Coffeshops, ein Pub, zwei Gewerbegebiete, ein Schrottplatz, drei Autowerkstätten, zwei Coffee Shops, eine TÜV Prüfstelle, ein Schützenverein mit Schießanlage, ein Innenstadtpark, ein Elektrofachgeschäft, eines für Haushaltswaren, ach und ja…das Wichtigste: unseren geliebten Hot Dog Stand unten am Hafen (da gibts übrigens ein schönes Lied von „Element of Crime“ dazu).

So, was bleibt dazu zu sagen. Vielleicht noch, daß Euch von all diesen Dingen bei der Durchfahrt durch einen isländischen Ort vielleicht nur zehn Prozent ins Auge fallen, aber sie sind tatsächlich da. Die meisten sind ohne die Hilfe der Einheimischen nicht oder nur schwer zu finden. Wer vermutet schon im Kellergeschoss eines Buchladens Töpfe, Pfannen oder Waschmaschinen? Keine Scheu vorm Fragen, hier ist man hilfsbereit, und es ist alles da, glaubt mir. Denn was für Húsavík gilt, gilt woanders auch.
Na ja, halt nicht im Schwarzwald.

20140606-103055-37855337.jpg

Nachtrag: wie konnte ich es vergessen? Reizüberflutung nehme ich mal an. Also…: zwei Skilifte, die dritte Tankstelle, ein Altenheim, die Paintballanlage, den Golfplatz, die Fahrschule, den Autoverleih, die Austernbänke, já já!

Der Wal…da bläst er!

Walbeobachtung, oder whale watching ist in den letzten Jahren der am stärksten wachsende Wirtschaftszweig in ganz Island geworden. In den Sommermonaten von Mai bis Mitte August kommen zahlreiche Wale vor die Küsten Islands, vor allem Buckelwale, aber auch Zwergwale und Blauwale.

Whale watching kann man in Reykjavik vom alten Hafen aus betreiben, die wahre europäische Hauptstadt des whale watching ist aber das kleine Fischerörtchen Húsavík im Nord-Osten Islands, eine halbe Stunde Autofahrt nördlich von der berühmten Myvatn Gegend. Ein Abstecher lohnt sich allemal, da neben drei etablierten Anbietern zur Walbeobachtung dieser Ort noch einiges mehr zu bieten hat.

Die Infrastruktur ist, gemessen an seinen 2500 Einwohnern, geradezu phänomenal. Gleich mehrere Hotels und Pensionen, drei Tankstellen, Supermärkte, eine kleine Shoppingmeile, viele gute (Fisch-) Restaurants, ein hervorragendes Walmuseum, ein Heimatmuseum, eine nach dem Stil norwegischer Stabkirchen erbautes Gotteshaus, ein Krankenhaus, Autowerkstätten, ein Schwimmbad, Campingplatz und vieles mehr.

Island 2013 564Island 2013 478

Wie groß ist also die Chance, überhaupt Wale zu sehen, fragt Ihr Euch? Lohnt sich das? Klare Antwort: auf jeden Fall.

In der Saison 2013 von Mai bis August hatten wir auf 480 Fahrten auf unserem Boot nur 5 ohne Sichtung. Und Sichtung heißt jetzt nicht, irgendwo 500 Meter entfernt nur einen Blas. Anders als in anderen Ländern dürfen die Boote in Island nah an die Wale heranfahren (das geht soweit es die Wale zulassen, also teilweise direkt „spot on“), und der normale Abstand beträgt so ca. 10 bis 30 Meter.

Die Bucht von Húsavík hat zahlreiche Zuflüsse von Schmelzflüssen aus den Bergen, die reichlich Nachrung in die Bucht schwemmen, dazu ist das Wasser dort besonders tief. Ideale Voraussetzungen zum Verbleib im Sommer. Deswegen kommen die immerselben Tiere über die Sommermonate hierher, um sich für den Winter Fett anzufressen.

Aus diesem Grunde sind sie während der Saison immer hier, sie verlassen die Bucht nicht, und weil sie mehr oder weniger regelmäßig zum Atmen an die Oberfläche kommen, können wir sie auch gut beobachten. Es ist wirklich einfach. Zudem gibt es in der Bucht 9 Boote, die rausfahren, um Wale zu beobachten. Obwohl das Gebiet recht groß ist (was den Walen viel Freiraum gibt), stehen alles Bootsführer natürlich untereinander in Kontakt und wir wissen eigentlich immer, was im Moment draußen zu sehen ist, wo sie sind, und wie die Verhältnisse sind.

Island 2013 705Island 2013 719

Das sind Fotos von unserem Boot „Fanney“ von http://www.salkawhalewatching.is

Was muss man beachten, bzw wissen? Die See kann schon manchmal rauh sein, die Touren gehen immer so drei Stunden, und wer einmal auf dem Boot ist, für den gibt´s kein Zurück. Wer es ruhiger mag, sollte sich vorher nach den aktuellen Konditionen erkundigen und eventuell eine Tour oder einen Tag später buchen, je nach Wettervorhersage.

Selbst wenn es an Land kuschelig warm und sonnig ist bei 20 Grad, sobald man draußen auf See ist, wird´s häufig ungemütlich. Alle Veranstalter packen einen in warme (schwimmfähige) Overalls, die gut warm halten, trotzdem empfehle ich zusätzliche Handschuhe und eine Wollmütze. Die Overalls haben zwar Kapuzen, die schränken aber die Sicht ein, wenn man mal schnell einem Wal hinterherjagt mit Augen oder Kamera, deswegen ist eine Mütze besser.

Feste Schuhe oder Stiefel sind auch wichtig. Alle Boote sind alte, umgebaute Fischerboote aus Eiche. Echte, isländische Qualitätsarbeit. Aber da kommt auch schon mal Wasser über die Reling. Wohl dem, der da keine Flip Flops anhat.

Kamera mitnehmen, und fragen, ob man mit oben auf das wheelhouse darf. Je höher, desto besser. Iphones oder ähnliche Kameras sind eher ungeeignet, weil die Auslösezeit zu lange dauert. Meist hat man da nur schöne Fotos von Wellen mit dem Untertitel „da war er…“.

Vorher fragen, ob eine Toilette an Bord ist. Warum, ist klar…

Auf den Touren gibt es auf der Rückfahrt, nach getaner Arbeit meist heiße Getranke wie Kaffee oder heiße Schokolade und Gebäck. Da kommt gute Stimmung auf. Unser Käpt´n Addi stellt sich dann gerne noch hin und singt isländische Volkslieder dazu. Auch schön…!

Ipad vor Island 277Ipad vor Island 661

Wer Lust hat, mich zu treffen, von Mai bis September bin ich wieder bei Salka, eine Tour kostet 54 Euro mit allen Leistungen wie oben beschrieben 🙂

Übrigens haben sich ALLE Restaurants in Húsavík dazu verpflichtet, KEIN Walfleisch zu verarbeiten und anzubieten. Nachhaltiger Tourismus ist uns wichtig gemäß dem Motto:

Meet us, don´t eat us!

 

Islandpferde

Wer es nicht getan hat, war nicht wirklich da, richtig? Richtig!

Das wirklich Schöne daran ist, man braucht noch nicht einmal viele Tipps und Tricks, denn es ist unglaublich unkompliziert, ein Islandpferd zu reiten. Selbst blutige Anfänger werden wunderbar mit ihnen zurecht kommen und eine Menge Spaß an einer Tour haben. Auch für Pferde Allergiker (wie mich) ist dieser Spaß geeignet, weil ja immer ein angenehmer Wind geht, und buchstäblich alles Irritierende im Winde verstreut. Das schlimme ist ja eigentlich das Innere der Stallungen, der Staub, das Heu etc. Gibt´s ja hier alles nicht.

Ipad vor Island 607

Wo sind die schönsten Orte zum Reiten? Ich war begeistert von einer Tour durch die Ásbyrgi Schlucht, östlich von Húsavík. Daher sind auch die Fotos. Die Kulisse ist atemberaubend, die Tour führt auch (für Island sehr ungewöhnlich) durch einen dichten Wald, alles in Allem ein tolles Erlebnis! Der Veranstalter ist gegenüber der Einfahrt zum Touristencenter-Parklatz der Ásbyrgi Schlucht. Eine kleine Holzhütte mit ein paar Gattern daneben, und heißt Active North.

Ipad vor Island 590Ipad vor Island 605Ipad vor Island 611Ipad vor Island 617Ipad vor Island 620 http://www.activenorth.is

Ein anderer Anbieter (deutschsprachig) ist in der Nähe von Húsavík http://www.gardur.de und bietet auch Übernachtungsmöglichkeiten. Die Nacht mit Frühstück gibt es dort schon für unter 50 Euro. Bitte unbedingt vorher anrufen und informieren, weil es ein kleines Gästehaus ist. Reittouren können aber immer und spontan gebucht werden.

Noch etwas Wichtiges zum Schluß: es heißt Islandpferd, und nicht Islandpo…!! Das Wort mit dem P am Anfang ist ein Unwort, und wird hier nicht gern gehört. Bitte aufpassen. Isländer hören das sehr wohl aus dem deutschen Redefluß heraus, und reagieren nicht mit Freude darauf, um es mal höflich zu sagen. Pferd, Pferd, Pferd, es heißt Pferd!

Und auf isländisch übrigens „hestur“

Kennzeichen

Habt Ihr Euch schonmal gefragt, ob hinter den isländischen Kennzeichen ein bestimmtes System steckt? Tut es. Es ist recht simpel: die vordere Buchstaben und Ziffernkombination ist zufällig. Interessant ist jedoch die letzte Ziffer. Die kennzeichnet den Monat, in dem das Auto seinen TÜV hat. Jedes Auto in Island erhält einmal ein Kennzeichen, und behält das sein Autoleben lang, auch beim Verkauf. Steht hinten als letzte Zahl eine 7, ist der TÜV also immer im Juli fällig. Wer eine 0 hat, kommt im Oktober, und daß man einen November und Dezember nicht mit einer Ziffer ausdrücken kann, ist nicht schlimm, da ist es eh zu kalt für den TÜV, da kommt man eben später oder früher. So ist das, im Ernst! Auch wer eine 1, 2, 3 oder 4 hat, und in einer Gegend lebt, wo der TÜV nicht eben um die Ecke ist, bekommt eine Schonfrist, bis es wieder zumutbar ist, zu fahren. So nett ist das System 🙂

Weil allein die Nummer ja nichts über den TÜV Zustand aussagt, gibt´s dann nach der bestandenen Prüfung einen Aufkleber aufs Nummernschild mit der Jahreszahl drauf der nächsten Fälligkeit. Privatautos müssen jährlich zur Untersuchung.

Es gibt noch schwarze Kennzeichen mit silbernen Buchstaben, das sind die alten, aber immer noch gültigen Kennzeichen. Zu finden, logischerweise, auf alten Autos. Als Oldtimer gilt ein Auto in Island bereits ab 25 Jahre, und die sind auch komplett steuerbefreit.

An den alten Kennzeichen konnte man übrigens noch erkennen, woher ein Auto stammte. So stand z.B. der Buchstabe X am Anfang für die Region Akureyri (so wie bei meinem Tercel).

Kreditkarten und Tankstellen

Im täglichen Leben kommt man gut ohne Bargeld aus, der isländische Handel ist weitaus besser auf Kreditkarten eingestellt als der Deutsche. Selbst Kleinbeträge wie etwa für einen Snack an der Tankstelle kann man damit locker bezahlen. Summen, die 2000 Kronen nicht übersteigen, werden besonders schnell abgewickelt, die Karte wird lediglich offline durchgezogen, und fertig. Es ist noch nicht einmal eine Unterschrift nötig. Generell gilt es als uncool, den Beleg mitzunehmen bzw zu verlangen.

PIN Code: Anders als bei uns wird häufig nach dem PIN Code gefragt. Dies gilt besonders für Tankstellen. Deswegen empfiehlt es sich dringend, vor der Abreise den PIN der Kreditkarte zu aktivieren.

Tankstellen: Tagsüber sind die Tankstellen in dem (erstaunlich dichten Tankstellennetz) zuverlässig besetzt, und man kann an der Kasse direkt zahlen. Verbreiteter (und empfehlenswerter) ist das System der Tankkarten, die von den vier großen Gesellschaften ausgegeben werden und die wie pre-paid Karten funktionieren. Man kauft eine Karte zum Wunschbetrag und füllt beliebig viel an der Zapfsäule auf. Die Karte kauft man vor dem Tanken. Das macht jede Tankstelle im Land zur 24-Stunden Tankstelle.

Tipp: mit einem Filzschreiber den Restbetrag auf die Karte schreiben, so daß man weiß, wieviel noch drauf ist, das wird nämlich nicht angezeigt.

Tipp 2: Tankstellen in Island sind im Allgemeinen auch ansehnliche Läden, Imbissbuden und Eisdielen (Eis: ganz!! wichtig). Wer genau hinschaut, wird feststellen, daß vor den meisten Tankstellen außerhalb der großen Städte die Autos mit laufenden Motoren stehen, während drinnen die Fahrer an der Softeis-Schlange anstehen. Wollt Ihr besonders isländisch rüberkommen, macht Ihr´s genauso. Motor laufenlassen ist extrem Isländisch und wirklich cool. Und praktisch. Und im Winter friert der Motor nicht ein. Aber hauptsächlich ist es cool.

Radio hören!

Um einen schönen Einblick in die Tonmelodie des Isländischen zu bekommen und auch einfach nur zum Spaß sei Euch empfohlen, einfach mal das Radio nebenher laufen zu lassen.

Ein Sender, der recht gute, aktuelle Popmusik spielt, und einige Textbeiträge hat (von der Musikauswahl mit SWR3 vergleichbar) ist der Sender 95,7 FM aus Reykjavik. Den link zum online Radio streaming findet Ihr hier: http://tunein.com/radio/FM957-957-s25264/

Musik und Radio  heißt aus isländisch übrigens: tónlist og útvarp

 

Wolken

Ich habe letztes Jahr Helena, Mutter von vier Kindern was Interessantes gefragt:

„Wie erklärt man in Island einem kleinen Kind eigentlich wie das ist, mit den Geothermie Kraftwerken? Das das KEINE Wolkenfabriken sind?“

Krafla_geothermal_power_station_wiki

Ihre Antwort war ebenso trocken wie typisch isländisch: „We don´t.“

Bildquelle: Wikipedia

 

Gefährliche Schafe

Das Fahren auf Isands Straßen und Pisten ist tricky. Generell gilt, isländische Autofahrer haben die Ruhe gepachtet. Mit Ruhe um Umsicht hat man hier die größten Chancen, das Land wieder lebend zu verlassen, also solltet Ihr das Gleiche tun. In der Ruhe liegt die Kraft.

Hinter buchstäblich jeder Ecke lauern Gefahren, die in Europa zum Teil völlig unbekannt sind. Geröllhaufen hinter Kurven, Felsspalten, ein reißender Fluß, der gestern noch nicht da war, ein Vogelschwarm auf ein Meter fünzig Höhe, Windhosen, Glatteis im August, oder eben Schafe.

Hier der ultimative Schaf Tipp: näherst Du Dich ein paar Schafen, die am Straßenrand grasen, suche zuerst den Rest der Herde. Schafe sind Flucht- und Herdentiere gleichermaßen, wenn sie sich also durch ein Auto bedroht fühlen, werden sie immer zum Rest der Herde fliehen.

Stehen die Schafe nun rechts der Straße, und der Rest der Herde ist auf der anderen Straßenseite, also links, werden Dir mit Sicherheit kurz bevor Du auf gleicher Höhe bist, ein paar Schafe vor die Motorhaube springen. Stehen jedoch die restlichen Schafe noch weiter, sagen wir 30 Meter von der Straße weg, nach rechts, wird mit ziemlicher Sicherheit kein Schaf die Straße betreten.

Hast Du doch mal ein Schaf erwischt, musst Du das dem Bauern ersetzen, sprich zahlen. Alle Tiere sind gekennzeichnet und können so leicht identifiziert werden. Diese Regelung gilt allerdings nur außerhalb von Ortschaften. In bebautem Gebiet ist der Bauer dafür verantwortlich, daß keine Unfälle passieren (meist gibt es dort Wildgatter). Zur Info, wenn es mal soweit ist, es gibt keine Einheitspreise, aber je nachdem ob Lamm oder Schaf usw. seid Ihr mit unter 100 Euro dabei.

Aber Dinge passieren, und man sollte auf jeden Fall so ehrlich sein, und einen Zwischenfall melden. Das kann man an jedem Gehöft machen, da Ihr davon ausgehen könnt, daß hier eh jeder jeden kennt, zumindest in der Gegend. Jeder wird Euch helfen, aber Ehrlichkeit wird verlangt. So funktioniert das hier.

Von Handtüchern und Ringen

Bevor wir wieder nach Island aufbrechen, schauen wir doch mal auf die Packliste.

– Hier die ersten Tips: Wer im Sommer nach Island reist, sieht sich mit dem Problem der hellen Nächte konfrontiert. Packt also lieber dunkle als helle Handtücher ein, weil man mit denen noch zusätzlich die Fenster im Schlafzimmer abdunkeln kann.

– Wer es noch nie getan hat, weiß es nicht; aber isländische Duschen können ziemlich fies riechen. Das liegt am schwefelhaltigen Heißwasser, das aus der Mischbatterie kommt. Es gibt verschiedene Arten des Heißwasserbezugs. Diese Art ist kostengünstig, weil nur nach Durchflussmenge pro Stunde bezahlt wird, ähnlich wie hier Datengeschwindigkeit im Internet, nicht aber die Menge. Das macht das Heißwasser billig und Dauerduschen vertretbar. Auch ist es kein Problem. sich den Hot Tub auf der Veranda jeden Tag zweimal zu füllen und das Wasser wieder abzulassen, wie gesagt, es ist immer genug da.
Der Schwefel im Wasser ist auch bei dauerhafter Benutzung gesundheitlich völlig unbedenklich, nur auf das Zähneputzen unter der Dusche sollte man verständlicherweise verzichten.
Was allerdings jedem Reisenden auffällt: die obszön großen Flaschen oder Container mit Conditioner in jeder isländischen Dusche! Die Damenwelt wird mir den Tip danken, fangt früh genug auf Eurer Reise damit an, Conditioner zu verwenden, nicht umsonst ist die gängigste Größe hier die zwei-Liter Flasche. Also, irgendeinen Einfluß hat der Schwefel doch…

Übrigens läuft das Schwefelwasser nicht nur im Bad, sondern auch in der Küche (es ist zu Teil brüllend heiß, also Vorsicht beim Abspülen!). Das Kaltwasser jedoch ist schwefelfrei, völlig rein und zum Trinken mehr als geeignet. Vorher aber bitte Leitung freilaufen lassen!

In modernen Haushalten wird gerne auch mal mehr Geld in die Hand genommen für eine Entschwefelungsanlage. Dort findet Ihr dann keinen Unterschied mehr zu konventionellem heißen Wasser.

Zu den Ringen: Schwefelwasser macht glitschig (siehe auch -> Conditioner). Fingerringe, die nicht hundertprozentig sitzen, können bei diesem Wasser (auch in den Spas, Pools, etc) leichter abrutschen und verlorengehen. Im Zweifelsfalle lieber zu Hause lassen.

 

20140503-104816.jpg