Archiv der Kategorie: Über das Essen gehen

Einkaufstipp

Seid Ihr für einen Work & Travel Aufenthalt hier in Island? Vielleicht auf einer der vielen Pferdefarmen, die Rings um das Land verteilt sind? Gut, denn das ist eine tolle Möglichkeit, Land und Leute kennenzulernen, und innerhalb einer Familie zu leben.
Es wäre toll, wenn Ihr Euch mit einem selbstgekochten Abendessen bei Euren Gasteltern bedanken könntet. Wie wäre es mit einem herzhaften Gulasch aus heimischen Produkten? Und es ist nicht so teuer, wie Ihr denkt: Pferd (Foto oben) für 1400 ISK und Fohlen (mit Knochen, Foto unten) für 1200 ISK das Kilo.

20140629-160648-58008601.jpg

Advertisements

Free refill

Kaffee ist was Feines.
Hier oben haben die Kaffeehäuser einen hohen Stellenwert, weil man hier nicht nur guten Kaffee bekommt, Kuchen und andere Leckereien bekommt, sondern auch stundenlang abhängen kann um beispielsweise zu bloggen. Wie ich gerade.
Kostenloses WLAN ist überall selbstverständlich, die Sofas gemütlich, und die Einrichtungen durchgehend skandinavisch modern und originell.

Recht verbreitet ist die Kette Kaffítár (gesprochen: Kafffiehtauhch, ok das muß man üben). Das heißt übersetzt Kaffeträne.

Was aber jede Gastronomie in Island gemein hat ist wieder so eine sympathische Sache: Kaffee gibt es, soviel Ihr möchtet. Egal ob Restaurant, Kaffeehaus oder Raststätte. Einmal bezahlt, steht für Euch auf der Theke oder im Gastraum Kaffee zum Nachfüllen. Hier vor meiner Nase gerade mit allem, was dazugehört: Schokoraspeln, Milch, verschiedene Zuckersorten, Honig, dazu Quellwasser. Da kommen mir eher Freudentränen.

Übrigens gilt diese free-refill Regel auch für viele Suppen, die in Restaurants zum Mittagessen angeboten werden.

20140427-122008.jpg

Hamborgarafabrikkan

Neben Hotdogs und Softeis gilt die dritte große Liebe der Isländer gut gemachten Hamburgern. Wichtig: gut gemachten.
McDonalds hat sich vor einigen Jahren aufgrund von Erfolglosigkeit aus Island zurückgezogen 😜, aber Restaurants, die in Eigenregie gute Burger servieren, genießen hohes Ansehen.
In Reykjavik und Akureyri findet Ihr die Hamborgarafabrikkan, die ich gerne empfehle.
Am Wochenende bietet man in der Hauptstadt sogar einen gratis Shuttle Service zur Innenstadt an. Für Opfer der Freßnarkose. Praktisch.

20140427-120111.jpg

Salatdressing

Erwarte nicht zuviel.

Das grüne Gold wird zwar auch hier angebaut, in teils beeindruckenden Gewächshäusern, aber trotzdem bleibt der Salat eine kleine Luxusbeilage. Warum ihn also ertränken in einem Meer von Essig und Öl oder gar Schlimmerem? So oder so ähnlich sehen das die Küchenchefs Islands das Thema unisono.

Salat wird hier, zusammen auf dem Teller mit dem Hauptgericht gereicht, und zwar gabelgerecht geschreddert. Trocken.

In Fachkreisen sagt man dazu“produktbezogene Küche“ :-). Die Frage nach Dressing o.ä. führt in den meisten Fällen zu Verwirrung, wer sich das sparen möchte, verzichtet gleich darauf, oder wer sein Essen noch wenigstens lauwarm genießen mag (siehe auch -> warmes Essen).

Was sie allerdings gut machen, und das habe ich in Deutschland noch nicht gesehen ist die Zubereitungsart, die „Swiss“ genannt wird, und die sehr verbreitet ist. Dazu wird Salat (geschreddert), Kohlblätter, Lauch, Zwiebeln und Pilze in rohem Zustand für wenige Sekunden in der heißen Sauteuse mitgeschwenkt und und als Beilage gereicht. Ein gelungenes cross-over!

Lakritz und Schokolade

Diese zähe Mischung hält Island zusammen wie Basalt und Lava. Wie Feuer und Eis. Noch nie probiert? Die Auswahl ist riesig, und verfehlen könnt Ihr es kaum. Denn selbst  wenn Ihr im guten Glauben einen Schokoriegel an einer Tankstelle gekauft habt, wird er mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit mit Lakritz gefüllt sein. Also bitte nicht das Gesicht verziehen. Jetzt seid Ihr ja drauf eingestellt. Lakritze heißt: lakkrís

Übrigens sehen Sußigkeiten nicht immer aus wie Bodenbeläge in Tankstellen. Aber manchmal 🙂

Island 090

Gastfreundschaft

Island gilt als das gastfreundlichste Reiseland der Welt.
Hilfsbereitschaft und Gastfreundschaft sind eng verbunden mit der geschichtlichen Entwicklung des Landes und ihrer Bevölkerung. Man ist seit jeher aufeinander angewiesen im Kampf gegen die Elemente und die teilweise lebensfeindliche Umgebung. Vulkanausbrüche, Hungersnöte, Erdbeben und nicht zuletzt Jahrhunderte andauernde Fremdbesatzung haben einen einzigartigen Mikrokosmos geschaffen.
Bitte respektieren, nicht ausnutzen, aber volles Vertrauen haben, wenn es mal hart auf hart kommt. Und immer ehrlich sein. So etwas wie “ Notlüge“ ist beispielsweise unbekannt, führt zu Unverständnis und letztendlich zu Mißtrauen.

Beste Fischbude in Reykjavik

Unten, am alten Fischereihafen findet Ihr Das kleine Restaurant Sægreifinn. Innen winzig und urgemütlich bietet es hauptsächlich eine offene Kühltheke, in der frische Spieße mit Fischspezialitäten liegen. Da sucht man sich etwas von aus und es wird dann auf den Grill geworfen. Hausspezialität ist die Hummersuppe (Eigenwerbung: Beste Hummersuppe der Welt), die wirklich richtig, richtig gut ist. Das Essen ist nicht teuer, und ein Besuch sollte auf jeden Fall eingeplant werden. Wer mag, kann dort auch Walfleisch essen.

Bild

Von Essgewohnheiten

Wer in Island Essen geht, hat´s gut. Denn glücklicherweise nimmt das Essen noch einen gewissen Stellenwert ein, und man findet durchaus gute Qualität, besonders Fisch, Lamm und Rind sind die Highlights.

Hier die Tipps:

– Trinkt in Maßen oder gar nicht. Am Wochenende ist in Island alles anders. Aber zum normalen Abend oder gar Mittagessen ist es schlicht nicht angebracht, ein, -oder zwei Flaschen Wein zu köpfen. Oder ein paar Bierchen pro Person. Limo, Eiswasser etc ist selbst in Erwachsenenkreisen das Mittel der Wahl. Bekommst Du bei einer privaten Einladung eine Flasche Wein vorgesetzt zum normalen, ungezwungenen Abendessen, tust Du den Gastgebern im Zweifelsfall einen Gefallen, wenn Du das ablehnst. Sie tun es nur Deinetwegen.

Unter uns Männern: das ein oder andere Bier aus der Dose auf der Terrasse, bevor aufgetragen wird von der Chefköchin, bleibt eine Sache unter uns 🙂

– Warmes Essen? Vergesst es.
Was fertig ist, wird auf die Servierplatte oder was auch immer gepackt, und auf den Tisch gestellt. Eins nach dem anderen. Wenn dann alles da ist (und die Herren von der Terrasse auch), wird gegessen. Lauwarm. Stört keinen. Gewöhnt Euch dran.

– Anfangen.
Eine Sitte, die ich häufig beobachte: das höfliche Warten, bis alle ihr Essen auf dem Teller haben (insbesondere die Dame des Hauses), entfällt. Ebenso das „Guten Appetit“ wünschen. Fangt einfach an. Vielleicht nicht als Erster. Aber als Zweiter. Dann ist nämlich noch etwas Restwärme drin.

About

Merkwürdige Dinge, die in Island scheinbar normal sind, werden hier beschrieben genauso wie Kuriositäten und Verrücktheiten. Gefahren gibt es nämlich überall, denen es richtig zu begegnen gilt. Damit meine ich nicht nur Mietwagenverschlingende Schlaglöcher, sondern auch Supermarktkassen beispielsweise. Oder Zapfsäulen. Oder Salatdressing.

Ihr seht, da gibt´s ne Menge aufzuklären. Ziel dieses Blogs soll es sein, soviele Beispiele aus dem täglichen Leben zu geben, um möglichst problemlos in das isländische Denken und Leben eintauchen zu können. Um eventuell nicht mehr als Tourist aufzufallen. Ganz bestimmt um der isländischen Lebensphilosophie den nötigen Respekt entgegenzubringen. Und letztendlich ganz wichtig: um da draußen möglichst auch noch zu überleben.Bild

In diesem Sinne: þetta reddast

Henrik Kristófer Hansson