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Stay tuned!

Erreichbar zu sein, ist wichtig heutzutage. Im Ausland ist es aber nicht immer billig, mit dem Handy zu telefonieren, und immer die heimischen Tarife zu strapazieren, belastet die Reisekasse unnötig.
Hier also der Reisetipp inklusive Coolnessfaktor: isländisch telefonieren!

Ihr nehmt einfach alte Handys aus der Schublade von Zuhause mit, und bestückt sie hier in Island mit prepaid Karten. Die gibt es schon bei der Anreise im Duty Free Shop im Flughafen an der Kasse (die größten Anbieter sind Vodafone und Siminn).
Ab 1000 ISK ist man schon dabei (ca 6,50€) und bekommt ein Guthaben von 1500 ISK. Dabei ist direkt die isländische Handynummer (wer will sowas nicht?), und los gehts. Nachladen geht unproblematisch in jedem Laden gegen Bares oder Kreditkarte.
Jetzt kommt der Trick: wer als Familie oder Paar oder so unterwegs ist, nimmt einfach zwei Handys mit, und kann sich so ganz einfach innerhalb von Island zusammentelefonieren, und muss nicht ständig zusammenbleiben.
Was das eigene Smartphone anbelangt, empfehle ich, es trotzdem mitzuführen, und alles abzuschalten außer WLAN. Wie schon erwähnt, gibt es an den meisten Orten kostenlosen Internetzugang, so daß Datenroaming über die SIM Karte übertrieben ist.

Als zusätzlichen Tipp empfehle ich, die SIM Karte ganz zu deaktivieren (wer drauf verzichten kann), das spart sehr viel Akku.

Um angerufen zu werden, gibt man einfach seine isländische Handynummer heraus, und die kann zB aus Deutschland mit einer sog. Billigvorwahl angerufen werden, die im Internet recherchiert werden kann (Suchbegriff: Billigvorwahl, Island, Mobil).

Handynummern haben in Island übrigens nie Vorwahlen und bestehen aus sieben Ziffern. Im Festnetz wiederum ist es nötig, stets die Vorwahl mitzuwählen.

Bier ist nicht gleich Bier

Also ich mag den Geschmack von Bier. Es ist recht simpel, nach einem ereignisreichen Tag, einer schönen Tour, oder im Hot Tub nach der Arbeit; ein kühles Bier ist etwas Feines. Wer einfach nur den Geschmack von Bier genießen möchte, kauft sich im Supermarkt, der Tankstelle oder im Restaurant ein Leichtbier, Lettøl oder auch Pilsner genannt. Zweimal Vorsicht: es hat nichts mit dem deutschen Pilsener zu tun, und zweitens, es wird (in Restaurants auf der Karte immer unter alkoholfreien Getränken, Softdrinks etc aufgeführt) auch bedenkenlos an Minderjährige herausgegeben, trotz der 2,25% alc! Aber wo es normales Bier mit 4,9%alc oder vergleichbar nur in den Alkoholgeschäften gibt, kommt man an das Leichtbier einfach ran, was gut ist. Außerdem muß man für einen halben Liter Bier im Geschäft zwischen 4 und 6 Euro rechnen, ein Leichtbier kostet im Supermarkt ca 80 Cent für 500 ml. Beispiele von zwei unterschiedlichen Leichtbieren sind oben im Foto zu sehen.
Aber mit dem Bier ist das hier in Island noch nie so ganz einfach gewesen. Ob man es nun glauben mag, oder nicht, Bier war bis zum 1. März 1989 sogar verboten. Um die Jugend vor seinem Mißbrauch zu schützen. Also vor dem Mißbrauch des Bieres jetzt. Erhältlich war lediglich das Leichtbier, sogenanntes Lettøl, mit lediglich 2,25% alc. Allerdings gab es zu gleicher Zeit in den staatlichen Alkoholgeschäften (Vinbuðin) alle denkbaren Sorten Schnaps zu kaufen, darunter auch den bekanntesten aller isländischen Spirituosen, den Brennívin. Alles, was Ihr an anderer Stelle schreckliches über ihn lest, glaubt es nicht, bis Ihr ihn probiert habt. Wirklich gut.
Aber weiter im Text. Wie erwähnt, Brennívin war wirklich angesagt, und die Regierung etwas dilettantisch dabei, der Jugend den Alkohol auszutreiben. Dann kamen sie mit der wirklich grandiosen Idee, den beliebtesten Schnaps Islands mieszumachen und gaben ihm einen wirklich abschreckenden Namen: Black Death sollte er von nun an im Namen führen, dazu ein puristisches, schwarz-weißes Etikett mit der stilisierten Silhouette Islands führen!
Jetzt braucht es nicht viel Phantasie, um sich vorzustellen, wie schnell Brennívin nach dieser staatlich aufgezwungenen Imagekampagne das hippste Getränk ganz Islands wurde. Voller Schuß nach hinten, der nicht besser dadurch wurde, daß helle Köpfe auf die Idee kamen, das leichte Bier mit Brennívin zu vermischen und sich halt damit wegzuschießen. Das Resultat war verheerend.

Und zwar so sehr, daß die Regierung eben zum 1.März 1989 das Bierverbot für gescheitert erklärt hat, Island seitdem einen neuen Feiertag begeht, und es eine Biersorte gibt, die an diese Zeiten erinnert…das Bier heißt Black Death!

Kleine Stadt ganz groß

Jetzt muß ich mal was loswerden. Beim Blick auf die Landkarte, bei der Reiseplanung etwa, fällt jedem Islandinteressierten mühelos auf, das die Mehrzahl der Ortschaften, die über Island verteilt sind, wirklich klein sind. Abgesehen von drei, vier Städten, darunter natürlich die Hauptstadt Reykjavik mit ihren zahlreichen Vororten wie Mosfellsbær, Kopavegur oder Hafnarfjörður und Garðabær.
So, in Deutschland wohne ich in einem süßen Dorf im Schwarzwald mit 2500 Einwohnern. Dort gibt es zwei Restaurants, einen Krämerladen, der halbtags geöffnet hat, einen Frisör, einen Bäcker, Kirche, Friedhof, Schule, Kindergarten. Ich will jetzt keineswegs die reizende Schwarzwaldidylle in Frage stellen, aber infrastrukturell ist Luft nach oben. Gute Schwarzwaldluft.

Falls Ihr beim Blick auf die Karte Islands vielleicht Befürchtungen bekommen solltet, einmal raus aus der Hauptstadt wäre man verraten und verkauft und Ihr im Fall der Fälle aufgeschmissen…hier ein (wohl nicht vollständiger) Überblick über eine 2300 Einwohner Gemeinde am Beispiel Húsavíks:

2 Tankstellen, ein Discounter, ein Supermarkt, eine Bäckerei, sechs Frisöre, ca. 12 Restaurants, 2 late night Bars, ein Fischereihafen, ein Touristenhafen, ein Walmuseum, ein Kulturmuseum, Polizeistation, Krankenhaus, Einrichtungsgeschäft, drei Klamottenläden, Baumarkt, eigene Mülldeponie, eigenes Kraftwerk, Motocross Anlage, Freibad, Apotheke, zwei Banken, ein Alkoholgeschäft (Vinbuðin), vier Fußballplätze, einer davon Echtrasen, öffentlicher Jaccuzzi mit Thermalwasseranschluss, über 10 Pensionen, 5 Hotels, Pizza Heimservice, Rotary, Lions, Round Table, Kiwanis Clubs mit je eigenen Clubhäusern, Freimaurerloge, ein Theater, ein Kulturzentrum, Schulzentrum mit Kindergarten, Grundschule und Gymnasium, Sportzentrum mit Indoor Fußballhalle, Kirche und Friedhof, Campingplatz, eine Buchhandlung, zwei Handyläden, zwei Coffeshops, ein Pub, zwei Gewerbegebiete, ein Schrottplatz, drei Autowerkstätten, zwei Coffee Shops, eine TÜV Prüfstelle, ein Schützenverein mit Schießanlage, ein Innenstadtpark, ein Elektrofachgeschäft, eines für Haushaltswaren, ach und ja…das Wichtigste: unseren geliebten Hot Dog Stand unten am Hafen (da gibts übrigens ein schönes Lied von „Element of Crime“ dazu).

So, was bleibt dazu zu sagen. Vielleicht noch, daß Euch von all diesen Dingen bei der Durchfahrt durch einen isländischen Ort vielleicht nur zehn Prozent ins Auge fallen, aber sie sind tatsächlich da. Die meisten sind ohne die Hilfe der Einheimischen nicht oder nur schwer zu finden. Wer vermutet schon im Kellergeschoss eines Buchladens Töpfe, Pfannen oder Waschmaschinen? Keine Scheu vorm Fragen, hier ist man hilfsbereit, und es ist alles da, glaubt mir. Denn was für Húsavík gilt, gilt woanders auch.
Na ja, halt nicht im Schwarzwald.

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Nachtrag: wie konnte ich es vergessen? Reizüberflutung nehme ich mal an. Also…: zwei Skilifte, die dritte Tankstelle, ein Altenheim, die Paintballanlage, den Golfplatz, die Fahrschule, den Autoverleih, die Austernbänke, já já!

Kolaportið, Flohmarkt in Reykjavik

Im Herzen der Stadt, aber für Nichteingeweihte unmöglich zu finden, wohnt das geordnete Chaos. Samstags und Sonntags, von 11:00 bis 17:00 findet Ihr im Erdgeschoß eines avantgardistisch anmutenden Gebäudes zwischen der Küstenstraße und der Innenstadt eine herrliche Auswahl an Büchern, DVDs (nichts für Deutsche), Islandpullovern (schon eher), selbst hergestellten Schmuck, Second Hand Klamotten, Kitsch, Selbstversuche, und darüberhinaus so ziemlich jeden Einwohner Reykjaviks. Nett, um einmal unkompliziert alle kurz kennenzulernen.
In einer angrenzenden Halle riecht es nach Fisch. Es ist eine gute Gelegenheit, sich auch einmal durchzuprobieren, der getrocknete harðfiskur zum Beispiel ist ein beliebter Snack hier. Im Auto bei geschlossenen Fenstern aber bitte nur mit Wunderbaum. Wo wir mal beim Thema sind: Hier gibt es natürlich auch den berühmten fermentierten Grönlandhai, den hákarl (siehe unten, letztes Bild). Klar essen den ein paar Leute hier. Es ist aber bei weitem nicht so, daß alle und jeder darauf steht, wie es uns mancher Reiseführer Glauben machen will.
Und es ist bestimmt kein absolutes Muß, den hier auch mal probiert zu haben! Ich persönlich halte es, wie viele andere auch, für ein für Touristen künstlich hochgeputschtes Klischee.

Ihr müsst Euch nicht schlecht fühlen, wenn Ihr souverän dran vorbei geschoben werdet. Im Gegenteil. Ihr werdet Euch besser fühlen als die, die ihn probieren.

Angrenzend an die Freßhalle gibt es auch Plätze zum Hinsetzen, manchmal spielt Livemusik und einen Besuch hier solltet Ihr einplanen, wenn Ihr am Wochenende hier seid.

Da es weder ausgeschildert, noch von außen irgendwie als Markt erkennbar ist, gibt es hier auch eine Außenaufnahme. Mit Straßenschild. Das ist Service am Follower.

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Drive-in

Man kann nicht unbedingt sagen, daß Isländer faul sind, und sich nicht gerne in der Natur bewegen. Aber sie verlassen nunmal ungern ihr Auto, einmal drin.
Wisst Ihr, wie man auf einem Parkplatz einer Sehenswürdigkeit die isländische Besatzung von einer ausländischen unterscheiden kann? Die Isländer steigen nicht aus. Kein Scherz.

Überhaupt, das Autofahren. Böse Zungen behaupten, wenn der Weg länger ist als das Auto selbst, wird gefahren!

Aber jetzt zu der praktischen Sache, auch für Euch: die tollen Drive-through Schalter an den Tankstellen. Fast jede Tankstelle im Land hat so einen Schalter an der Rückseite, und die haben nicht nur Nachts auf, sondern immer. Da steht dann freundliches Personal und sucht einem aus den Regalen alles zusammen, was man gerne hätte. Ohne Aufpreis natürlich. und den Motor kann man hier selbstverständlich auch laufen lassen. Toll, oder?

Öffnungszeiten

Die Öffnungszeiten für Ladengeschäfte und Dienstleister sind denen in Deutschland recht ähnlich. Aber die Unart in Deutschland, des Mittwoch Nachmittag aus völlig unerklärlichen Gründen zur dienstleistungsfreien Zone zu machen, ist hier glücklicherweise unbekannt. Der Mittwoch Nachmittag ist hier ein Nachmittag wie jeder andere. Sollte er übrigens überall sein, aber das ist meine private Meinung 🙂

Und warum Frisöre am Montag keine Haare schneiden sollten, macht für Isländer auch keinen Sinn. Also auch hier freie Bahn!

Autowäsche

Gute Nachrichten! Die Zeiten des 25% Rabattes auf die nächste Premium Autowäsche ist vorbei. Braucht Ihr nicht!

Da Wasser in Island so gut wie kostenlos ist, ist halt auch das Autowaschen kostenlos. Jedenfalls für Selbstwascher. Also keine Scheu vor Schlammbädern oder Staubpisten, bei jeder Tankstelle im Land findest Du Schläuche mit aufgesteckten Bürsten und das Wasser läuft die ganze Zeit. Einfach hinfahren und machen. Ich habe übrigens auch Tankstellen gesehen, die kostenlose Staubsauger anbieten.

Wer´s isländisch mag, lässt dabei den Motor laufen 🙂

Du ju häff a dabbel-ju läin?

Das mobile Internet, ja was würden wir ohne das machen? Ist auch hier oben praktisch, denn damit könnte man z.B. auf dem Smartphone die aktuellen Straßenzustandsberichte abrufen (www.road.is). Oder halt ein Foto auf Facebook posten oder was auch immer. Aber wie ins Internet kommen?

Sehr einfach. Ihr könnt eine pre-paid Karte kaufen, mit oder ohne Daten roaming. Das geht einfach und wirklich unkompliziert und schon an der Kasse vom Duty free Shop im Ankunftsbereich im Flughafen KEF (direkt neben den Kofferbändern).

Oder Ihr spart Euch den Stress, lasst das, und verlasst Euch auf das grandios ausgebaute WLAN Netz in Island. Hier hat buchstäblich jedes Klo sein eigenes WLAN! Ihr werdet keine Probleme haben, Euch in wirklich jeder Shopping mall (größere Stadte), Cafés, Restaurants, Jugendherbergen, Tankstellen, Imbißbuden, Museen, wo auch immer einzuloggen. Häufig ohne Passwort, und wenn mit Passwort, einfach danach fragen. Aaaber: WLAN heißt hier nicht wie bei uns, sondern Wi-Fi. Die Frage oben in der Überschrift hat übrigens ein deutscher Tourist tatsächlich so im Wortlaut einer Kellnerin in Akureyri gestellt. Nicht so gut.

Also Wei-Fei 🙂 anstatt Dabbel-ju läin.

Kreditkarten und Tankstellen

Im täglichen Leben kommt man gut ohne Bargeld aus, der isländische Handel ist weitaus besser auf Kreditkarten eingestellt als der Deutsche. Selbst Kleinbeträge wie etwa für einen Snack an der Tankstelle kann man damit locker bezahlen. Summen, die 2000 Kronen nicht übersteigen, werden besonders schnell abgewickelt, die Karte wird lediglich offline durchgezogen, und fertig. Es ist noch nicht einmal eine Unterschrift nötig. Generell gilt es als uncool, den Beleg mitzunehmen bzw zu verlangen.

PIN Code: Anders als bei uns wird häufig nach dem PIN Code gefragt. Dies gilt besonders für Tankstellen. Deswegen empfiehlt es sich dringend, vor der Abreise den PIN der Kreditkarte zu aktivieren.

Tankstellen: Tagsüber sind die Tankstellen in dem (erstaunlich dichten Tankstellennetz) zuverlässig besetzt, und man kann an der Kasse direkt zahlen. Verbreiteter (und empfehlenswerter) ist das System der Tankkarten, die von den vier großen Gesellschaften ausgegeben werden und die wie pre-paid Karten funktionieren. Man kauft eine Karte zum Wunschbetrag und füllt beliebig viel an der Zapfsäule auf. Die Karte kauft man vor dem Tanken. Das macht jede Tankstelle im Land zur 24-Stunden Tankstelle.

Tipp: mit einem Filzschreiber den Restbetrag auf die Karte schreiben, so daß man weiß, wieviel noch drauf ist, das wird nämlich nicht angezeigt.

Tipp 2: Tankstellen in Island sind im Allgemeinen auch ansehnliche Läden, Imbissbuden und Eisdielen (Eis: ganz!! wichtig). Wer genau hinschaut, wird feststellen, daß vor den meisten Tankstellen außerhalb der großen Städte die Autos mit laufenden Motoren stehen, während drinnen die Fahrer an der Softeis-Schlange anstehen. Wollt Ihr besonders isländisch rüberkommen, macht Ihr´s genauso. Motor laufenlassen ist extrem Isländisch und wirklich cool. Und praktisch. Und im Winter friert der Motor nicht ein. Aber hauptsächlich ist es cool.

Radio hören!

Um einen schönen Einblick in die Tonmelodie des Isländischen zu bekommen und auch einfach nur zum Spaß sei Euch empfohlen, einfach mal das Radio nebenher laufen zu lassen.

Ein Sender, der recht gute, aktuelle Popmusik spielt, und einige Textbeiträge hat (von der Musikauswahl mit SWR3 vergleichbar) ist der Sender 95,7 FM aus Reykjavik. Den link zum online Radio streaming findet Ihr hier: http://tunein.com/radio/FM957-957-s25264/

Musik und Radio  heißt aus isländisch übrigens: tónlist og útvarp

 

Wer bist Du, und warum klingt das so?

Daß Isländisch eine unglaublich schwierige Sprache ist, wissen wir. Darauf werde ich an anderer Stelle auch nochmal zu sprechen kommen. Aber an einer Stelle musst Du schon etwas Isländisch drauf haben. Auch die richtige Aussprache. Nämlich bei den Namen.

Denn nichts ist peinlicher, als jemanden falsch oder gar nicht anzusprechen, weil man den Namen einfach nicht über die Lippen bringt.

Also, wie macht man´s?

Nicht entmutigen lassen. Nach der ersten Vorstellungsrunde werden Dir zunächst nur die Ohren klingeln. Achte selbst darauf, Dich mit Vornamen vorzustellen, auch ein schuldbewusst hinterhergeschobener Vorname nach einem kräftig vorgetragenen Nachnamen Deinerseits wird nur für Verwirrung sorgen. Vorname, fertig.

So, und was sagen die Isländer? Eine Wolke aus Zisch und Gurgellauten, garniert mit einem süßen Lispeln umhüllt Dich und Du hast nicht den Hauch einer Chance, so ein Geräusch zu reproduzieren. So, das ist also Dein Name?

Aber Hilfe naht: Wenn Du es ernst meinst, bitte Dich, Deinen Gegenüber den Namen aufzuschreiben. Dann kommt etwas Klarheit in die Sache, und Du kannst nachher, im stillen Kämmerlein, mit Deinen Vorkenntnissen über die isländische Sprache Stück für Stück versuchen, diese Laute nachzubilden, Übrigens hilft es ganz gut, die Lispellaute und den Grundakzent nachzuahmen, indem man ein bis auf ein Drittel aufgelutschtes Hustenbonbon o.ä. auf die äußerste Zungenspitze legt, und es dort beim Sprechen balanciert. Klingt gleich ganz anders, und schon etwas isländischer.

Nächster Tipp zu den Namen: Fast alle Isländer haben von früh auf einen oder sogar mehrere (je nach Gruppe, Clique, Verein o.ä. in dem sie sich gerade bewegen), Spitznamen, sog. viðurnefni. Die leiten sich entweder grob aus dem Namen ab, so wird zum Beispiel aus dem weit verbreiteten Namen Aðalsteinn einfach Addi oder eben Steinni. Oder es hat etwas mit der Familie, einer besonderen Begebenheit oder wie auch immer zu tun, so wie bei uns. Aber die Faustregel ist: Spitznamen sind immer einfacher als die regulären Namen, und sind im Alltag ebensogut. Also ist die nächste Frage klar…

Von Handtüchern und Ringen

Bevor wir wieder nach Island aufbrechen, schauen wir doch mal auf die Packliste.

– Hier die ersten Tips: Wer im Sommer nach Island reist, sieht sich mit dem Problem der hellen Nächte konfrontiert. Packt also lieber dunkle als helle Handtücher ein, weil man mit denen noch zusätzlich die Fenster im Schlafzimmer abdunkeln kann.

– Wer es noch nie getan hat, weiß es nicht; aber isländische Duschen können ziemlich fies riechen. Das liegt am schwefelhaltigen Heißwasser, das aus der Mischbatterie kommt. Es gibt verschiedene Arten des Heißwasserbezugs. Diese Art ist kostengünstig, weil nur nach Durchflussmenge pro Stunde bezahlt wird, ähnlich wie hier Datengeschwindigkeit im Internet, nicht aber die Menge. Das macht das Heißwasser billig und Dauerduschen vertretbar. Auch ist es kein Problem. sich den Hot Tub auf der Veranda jeden Tag zweimal zu füllen und das Wasser wieder abzulassen, wie gesagt, es ist immer genug da.
Der Schwefel im Wasser ist auch bei dauerhafter Benutzung gesundheitlich völlig unbedenklich, nur auf das Zähneputzen unter der Dusche sollte man verständlicherweise verzichten.
Was allerdings jedem Reisenden auffällt: die obszön großen Flaschen oder Container mit Conditioner in jeder isländischen Dusche! Die Damenwelt wird mir den Tip danken, fangt früh genug auf Eurer Reise damit an, Conditioner zu verwenden, nicht umsonst ist die gängigste Größe hier die zwei-Liter Flasche. Also, irgendeinen Einfluß hat der Schwefel doch…

Übrigens läuft das Schwefelwasser nicht nur im Bad, sondern auch in der Küche (es ist zu Teil brüllend heiß, also Vorsicht beim Abspülen!). Das Kaltwasser jedoch ist schwefelfrei, völlig rein und zum Trinken mehr als geeignet. Vorher aber bitte Leitung freilaufen lassen!

In modernen Haushalten wird gerne auch mal mehr Geld in die Hand genommen für eine Entschwefelungsanlage. Dort findet Ihr dann keinen Unterschied mehr zu konventionellem heißen Wasser.

Zu den Ringen: Schwefelwasser macht glitschig (siehe auch -> Conditioner). Fingerringe, die nicht hundertprozentig sitzen, können bei diesem Wasser (auch in den Spas, Pools, etc) leichter abrutschen und verlorengehen. Im Zweifelsfalle lieber zu Hause lassen.

 

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