Bier ist nicht gleich Bier

Also ich mag den Geschmack von Bier. Es ist recht simpel, nach einem ereignisreichen Tag, einer schönen Tour, oder im Hot Tub nach der Arbeit; ein kühles Bier ist etwas Feines. Wer einfach nur den Geschmack von Bier genießen möchte, kauft sich im Supermarkt, der Tankstelle oder im Restaurant ein Leichtbier, Lettøl oder auch Pilsner genannt. Zweimal Vorsicht: es hat nichts mit dem deutschen Pilsener zu tun, und zweitens, es wird (in Restaurants auf der Karte immer unter alkoholfreien Getränken, Softdrinks etc aufgeführt) auch bedenkenlos an Minderjährige herausgegeben, trotz der 2,25% alc! Aber wo es normales Bier mit 4,9%alc oder vergleichbar nur in den Alkoholgeschäften gibt, kommt man an das Leichtbier einfach ran, was gut ist. Außerdem muß man für einen halben Liter Bier im Geschäft zwischen 4 und 6 Euro rechnen, ein Leichtbier kostet im Supermarkt ca 80 Cent für 500 ml. Beispiele von zwei unterschiedlichen Leichtbieren sind oben im Foto zu sehen.
Aber mit dem Bier ist das hier in Island noch nie so ganz einfach gewesen. Ob man es nun glauben mag, oder nicht, Bier war bis zum 1. März 1989 sogar verboten. Um die Jugend vor seinem Mißbrauch zu schützen. Also vor dem Mißbrauch des Bieres jetzt. Erhältlich war lediglich das Leichtbier, sogenanntes Lettøl, mit lediglich 2,25% alc. Allerdings gab es zu gleicher Zeit in den staatlichen Alkoholgeschäften (Vinbuðin) alle denkbaren Sorten Schnaps zu kaufen, darunter auch den bekanntesten aller isländischen Spirituosen, den Brennívin. Alles, was Ihr an anderer Stelle schreckliches über ihn lest, glaubt es nicht, bis Ihr ihn probiert habt. Wirklich gut.
Aber weiter im Text. Wie erwähnt, Brennívin war wirklich angesagt, und die Regierung etwas dilettantisch dabei, der Jugend den Alkohol auszutreiben. Dann kamen sie mit der wirklich grandiosen Idee, den beliebtesten Schnaps Islands mieszumachen und gaben ihm einen wirklich abschreckenden Namen: Black Death sollte er von nun an im Namen führen, dazu ein puristisches, schwarz-weißes Etikett mit der stilisierten Silhouette Islands führen!
Jetzt braucht es nicht viel Phantasie, um sich vorzustellen, wie schnell Brennívin nach dieser staatlich aufgezwungenen Imagekampagne das hippste Getränk ganz Islands wurde. Voller Schuß nach hinten, der nicht besser dadurch wurde, daß helle Köpfe auf die Idee kamen, das leichte Bier mit Brennívin zu vermischen und sich halt damit wegzuschießen. Das Resultat war verheerend.

Und zwar so sehr, daß die Regierung eben zum 1.März 1989 das Bierverbot für gescheitert erklärt hat, Island seitdem einen neuen Feiertag begeht, und es eine Biersorte gibt, die an diese Zeiten erinnert…das Bier heißt Black Death!

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